Wie alles anfing!

Vor 20 Jahren hatten mein guter Freund Christof und ich die Idee, unsere Leidenschaft für das Mountainbiken mit dem Reisen zu verbinden. Ohne Plan buchten wir kurzentschlossen 10 Übernachtungen in einem Hotel auf Kreta und landeten dann im April 1997, mit unseren Fahrrädern im Gepäck, in Heraklion.

Kreta 1997_1Die ersten Tage unternahmen wir auf eigene Faust Radausflüge in die nähere Umgebung und waren dann meist am Nachmittag wieder in unserem Hotel. Die Ausflüge machten trotz der frischen Temperaturen Spass und waren eine schöne Abwechslung zu unseren Hausstrecken rund um Köln. Trotzdem fehlte uns etwas. Das Buffet im Hotel war immer gleich, wir begegneten täglich denselben Pauschalurlaubern (die noch weniger erlebten als wir …) und die nähere und weitere Umgebung des Hotels hatten wir dann irgendwann auch hinreichend erkundet. Irgendwie hatten wir uns von dieser Reise etwas mehr Abenteuer versprochen; wir wollten mehr von der Insel sehen und einfach mehr erleben! Mit dem Rad weiter weg zu fahren bedeutete aber zwangsläufig, länger als einen Tag unterwegs zu sein und zusätzliche Übernachtungskosten zu haben. „Aber wir haben das Hotel mit Vollverpflegung doch schon bezahlt!“ schoss uns kurz durch den Kopf. Doch schnell wurde uns klar, dass wir allein es in der Hand hatten, unserer Reise noch einen besonderen Anstrich zu geben und einen Hauch Abenteuer zu verleihen…

Kreta 1997_2Also setzten wir uns am nächsten Morgen auf unsere Fahrräder, jeder ausgerüstet mit einem kleinen Rucksack, um eine längere Ausfahrt anzugehen (die batikfarbene Radhose auf dem nebenstehenden Foto indiziert, dass das schon eine Weile her ist … und nicht alle Farben wiederkommen …). Wir hatten den Vorsatz gefasst, frühestens am kommenden Tag zum Hotel zurückzukehren und nur die Richtung festgelegt: Es sollte nach Süden gehen! Ohne nähere Ortskenntnis, ohne GPS und nur mit einer Landkarte bewaffnet durchquerten wir dann die Insel. Wir wurden von Hirtenhunden gejagt (uns beunruhigten die Hunde erst als wir die Panik des Hirten bemerkten …), durchfuhren kleine Dörfer, in denen wir mit großen Augen angestarrt wurden, gerieten als Attraktion mitten in eine gastfreundliche, griechische Geburtstagsgesellschaft und übernachteten in einfachsten Unterkünften. Erst zwei Tage später kehrten wir mit Einbruch der Dunkelheit, ganz erfüllt von unserem Ausflug, wieder zu unserem Hotel zurück. In diesen Tagen hatten wir so viel erlebt und gesehen! Den Komfort unseres Hotels hatten wir dagegen zu keinem Zeitpunkt vermisst. 

Auch wenn ich mich heute an diese Reise erinnere, fallen mir vor allem diese drei Tage ein, die sich tief in mein Gedächtnis eingegraben haben. Für mich war dies die Initialzündung für meine seitdem intensiv gelebte Art des Radreisens. Ich wollte mit meinem Fahrrad Länder entdecken, unterschiedlichste Kulturen kennenlernen und dabei mit meinem Rad von örtlichen Verkehrsmitteln genauso unabhängig sein wie von einer komfortablen Dauerunterkunft. In meinem eigenen, ganz persönlichen Takt und aus eigener Kraft sollte es vorwärtsgehen. Dies war für mich die Geburtsstunde von bikeload, dem individuellen Reisen mit bepacktem Rad.